Theorie und Praxis

Am 28. 11. 2017 referierten Herr Altemeier und Herr Faltenberg von der VR-Leasing vor allen drei Oberstufenklassen des Wirtschaftsgymnasiums zu den Themen „Leasing und Factoring“. Diese Themen wurden zuvor im Unterricht erarbeitet. Während die Schülerinnen und Schüler i. d. R. die Theorie aus der Sicht von Unternehmen kennen lernen, zeigten die Experten der Volksbank eine andere Perspektive auf, die Perspektive der Leasing- und Factoring-Gesellschaften. Viele interessante Fragen wurden von den Schülerinnen und Schülern gestellt. Im Nachgespräch sagte ein Schüler: „Nun habe ich den Ablauf vom Factoring und dessen Sinn richtig verstanden.“ Besonders interessant fanden die Schülerinnen und Schüler, dass die Referenten zu den Themen viele Praxisbeispiele aufzeigten und damit auch echte Zahlen lieferten.

 

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Neues Logo zum Jubiläum

125 Jahre Ludwig-Erhard-Berufskolleg – 50 Jahre Abitur am Ludwig-Erhard-Berufskolleg: „Hoffen wir, dass die Schule stetig wachse und blühe“ schrieb das Westfälische Volksblatt zur Eröffnung der kaufmännischen Fortbildungsschule im Januar 1893. Bis heute schätzen Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmer und Lehrerinnen und Lehrer das kaufmännische Bildungsangebot und die gute Zusammenarbeit.

Anfangs waren es zwei Klassen mit 80 Schülern, die die kaufmännische Fortbildungsschule sonntags für zwei Stunden besuchten. Grundlegende Kulturtechniken des Schreibens und Rechnens waren die Unterrichtsinhalte, die ersten und wichtigsten Erfordernisse für den Kaufmannslehrling. 125 Jahre später ist das Ludwig-Erhard-Berufskolleg eine moderne, innovative Bildungseinrichtung geworden, die über 2300 Schülerinnen und Schüler in zahlreichen  Bildungsgängen im Bereich Wirtschaft und Handel für ihre Berufstätigkeit und ihre Zukunft qualifiziert und Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur vermittelt und im Berufsschulbereich eng mit der IHK zusammenarbeitet.

Die Unterrichtsinhalte und Unterrichtsstile waren in den letzten 125 Jahren sehr unterschiedlich, wie die Zeiten, die diese Schule durchlaufen hat.  Auch der Name hat sich mehrfach geändert.  Die „Städtische Handelslehranstalten“ wandelte man 1969 in „Kaufmännische Schulen der Stadt Paderborn“, 1978 in „Ludwig-Erhard-Schule“ und 1998 in „Ludwig-Erhard-Berufskolleg“ um.

Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg hat sich stets den Anforderungen der Zeit gestellt, was sich bis heute in wandelnden Unterrichtsinhalten, Bildungsgängen und Ausstattungen widerspiegelt. So auch der 1966 errichtete gymnasiale Zweig der Höheren Handelsschule, dem heutigen Wirtschaftsgymnasium. 1968 - vor 50 Jahren – konnte somit erstmalig das Abitur an einer berufsbildenden Schule in Nordrhein Westfalen abgelegt werden.  Im ersten Abiturjahrgang bestanden 19 Abiturientinnen und Abiturienten in Paderborn die Reifeprüfung.

Mit der Präsentation des neuen „Jubiläumslogos“ beginnt das diesjährige Jubiläumsjahr.

Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg wird das Doppeljubiläum als Ansporn für seine weitere Arbeit ansehen, sich weiterentwickeln und auch in Zukunft wie in der Vergangenheit junge Erwachsene bilden und ausbilden. Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg, ein Berufskolleg mit Zukunft und Tradition. Die Festtage zur Feier des 50-jährigen und 125-jährigen Bestehens finden vom 07.- 09. Mai 2018 statt. Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg freut sich auf ein ereignisreiches Jahr. www.lebk.de

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Alfons Bölte, als kommissarischer Schulleiter des Ludwig-Erhard-Berufskollegs, und das Organisationsteam des Jubiläum und präsentieren gemeinsam mit Schüler der SV das neue Logo und das neue LEBK-Shirt. 

Shirts und Hoodies im Onlineshop

Ab dem 13. November 2017 haben wir einen eigenen Onlineshop! In diesem Schulshop können Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und natürlich auch alle anderen mit unserer Schule verbundenen Personen T-Shirts, Hoodies, Taschen sowie Tassen mit dem Schullogo erwerben. Die einzelnen Artikel gibt es in vielen verschiedenen Farben und Ausführungen. Unser neuer Schulshop ist bis zum 10. Dezember 2017 geöffnet. Bis dahin müssen alle Bestellungen für dieses Jahr eingegangen sein.  Innerhalb des Schuljahres wird es jeweils zwei Bestellzeiträume geben. Zu Beginn des kommenden Jahres werden wir den nächsten Bestellzeitraum (Frühjahr 2018) rechtzeitig auf unserer Schulhomepage bekanntgegeben.

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Und so geht’s

Wenn Sie den gewünschten Artikel in unserem Shop ausgewählt haben, senden Sie die Bestellung ab. Sie erhalten anschließend eine Antwort-Mail mit der Bankverbindung, bei der Sie die bestellten Textilien und/oder Accessoires bezahlen. Die bestellten Artikel werden nach erfolgtem Zahlungseingang als Sammelbestellung (ohne zusätzliche Versandkosten) an das Ludwig-Erhard-Berufskolleg geliefert und dort verteilt.

Information zum Produkt

Für unsere Schulkollektion haben wir uns für die Marke Hi5 entschieden. Das Textillabel Hi5 wurde speziell für die Zielgruppe der Schulen und Hochschulen entwickelt. Hi5 produziert seine Kollektion selbst – ohne Zwischenhändler. Das garantiert uns Top-Qualität zu fairen Preisen und für die Textilarbeiter faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Alle Shirts (100 % Baumwolle) werden aus zertifizierter Bio-Baumwolle hergestellt. Gut für unsere Umwelt!

Im Verkaufspreis enthalten ist ein kleiner Betrag, der Großes bewirken kann. Von jedem verkauften Artikel spendet das Ludwig-Erhard-Berufskolleg 1,00 € an das gemeinnützige Unternehmen DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei).

Also, los geht’s! Klicken Sie einfach auf unserer Schulwebseite auf das Banner des Schulshops.

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Viel Spaß beim Shoppen und vor allen Dingen viel Freude beim Tragen der Schulkleidung.

 

Der Schulshop ist ein Projekt der HH2k, die mit viel Freude und großem Engagement daran gearbeitet hat.

Herzlichen Dank dafür von der gesamten Schulgemeinschaft!

Bei Fragen oder Unklarheiten einfach den Klassenlehrer der HH2k Dr. Christof Gockel

ansprechen oder direkt eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Prävention, die unter die Haut geht

Mehr als 17 000 junge Menschen hat Reinhard Graumann seit 2010 zu den Crash-Kursen begrüßt. »Reingekommen sind sie fröhlich, rausgegangen oft sehr still«, erzählt der Verkehrssicherheitsberater der Polizei Paderborn. Denn das, was sie dort über Ursachen und Folgen von Verkehrsunfällen erfahren, geht unter die Haut.

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Sie haben die Schüler mit sehr persönlichen Schilderungen der Folgen und Begleitumstände von Verkehrsunfällen berührt: (von links) Reinhard Graumann, Adelheid Spils ad Wilken, Thomas Samuel, Andreas Drost, Ralf und Sabine Schmitz

 

So auch gestern beim 50. Crash-Kurs der Kreispolizeibehörde vor fast 400 Ludwig-Erhard-Berufsschülern in der Maspernhalle. »Unfälle passieren nicht einfach so. Sie haben eine Ursache, und die ist in der Regel menschliches Versagen. Aber deshalb können wir einiges tun, um sie zu verhindern«, erläuterte Schulleiter Alfons Bölte, warum das Berufskolleg so viel Wert auf diese Veranstaltung legt.

Unter die Haut geht sie, weil die Schüler kein trockener Vortrag erwartet, sondern fünf eindrückliche Schilderungen von Betroffenen. Feuerwehrchef Ralf Schmitz, Notärztin Dr. Adelheid Spils ad Wilken, Polizeihauptkommissar Thomas Samuel, Notfallseelsorgerin Sabine Schmitz und Polizeioberkommissar Andreas Drost, der selbst seinen Bruder durch einen Motorradunfall verloren hat, berichteten aus ihrer Perspektive von schweren Unfällen mit jungen Menschen, die alle hätten vermieden werden können.

 Schüler sind von Schilderungen der Experten beeindruckt

 »Das ist sehr beeindruckend«, sagt Jana (25), die eine ganze Weile nach Veranstaltungsende zusammen mit ihren Mitschülerinnen noch in der Halle sitzt. »Besonders die Schilderung der Notärztin und des Polizisten, der seinen Bruder verloren hat, haben mich sehr berührt.« Adelheid Spils ad Wilken hatte von einer Einsatznacht erzählt, in der sie im Johannisstift, zuerst den Unfallfahrer, der einen Lungenriss erlitten hatte, und dann seine Beifahrerin mit schwersten Beckenverletzungen versorgen musste. Selbst sie als Profi musste in dieser Nacht weinen. »Erschüttert war ich, als ich erfuhr, wie es zu dem Unfall kam«, erzählte die Medizinerin. »Die junge Frau hatte ihren Freund von einer Betriebsfeier abgeholt. Vor Ort sagte er, sie könne jetzt rüberrutschen, es sei ja schließlich sein Auto.« Die Fahrt mit 2,3 Promille Blutalkohol endete vor einem Baum. »Setzen Sie sich nicht zu jemand ins Auto der alkoholisiert ist. Seien Sie mutig«, appellierte Spils ad Wilken.

 Seit dem Start der Kurse ist die Zahl der schweren Unfälle zurück gegangen

 Welche Folgen Unachtsamkeit haben kann, machte die Schilderung von Andreas Drost drastisch deutlich. Sein Bruder, ein erfahrener Motorradfahrer hatte nur kurz jemand am Straßenrand gegrüßt, war an den Bordstein geraten und vor eine Plakatwand geschleudert worden. Mit einem Absperrband demonstrierte Drost, warum schon eine Sekunde Unachtsamkeit, zum Beispiel ein kurzer Blick auf Handy, ausreichen kann, um eine Katastrophe auszulösen. »Bei Tempo 100 auf der Landstraße bedeutet eine Sekunde 28 Meter Blindflug«, zeigte er auch mit einem entsprechend langen Absperrband. »Das habe ich selbst erlebt«, räumte Schülerin Lea nachher sichtlich bewegt ein.

 »Seitdem die Kurse 2010 gestartet sind, sind die schweren Unfälle, in die junge Fahrer verwickelt sind, im Kreis Paderborn deutlich zurückgegangen«, sagt Graumann. Dazu hätten neben den Kursen auch andere Faktoren beigetragen, wie das begleitete Fahren und das Alkoholverbot für Fahranfänger. »Aber die Kurse wirken bei den jungen Leuten nach«, ist er überzeugt.

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Quelle:

Foto: Jörn Hannemann; Text: Maike Stahl, veröffentlich am 15.11.2017 Westfälisches Volksblatt

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Paderborn/Paderborn/3056148-Mit-50-Crash-Kursen-hat-die-Polizei-Paderborn-17-000-Fahranfaenger-erreicht-Praevention-die-unter-die-Haut-geht

 

Versuche zur Radioaktivität

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Wirtschaftsgymnasiums konnten im Rahmen des Projekts coolMINT an der Universität Paderborn Versuche zur Radioaktivität durchführen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Strahlungsintensität am Beispiel eines in unserer Umwelt vorkommenden radioaktiven Strahlers gemessen und die Wirksamkeit unterschiedlicher Schutzmaßnahmen in praktischen Versuchsreihen überprüft. An der Universität wurden dabei durch die Schülerinnen und Schüler experimentell Daten zur Darstellung Bestimmung der Halbwertszeit eines Radonnuklids gewonnen. Die Experimente zum Strahlenschutz beschäftigten sich mit der Abnahme der Strahlungsintensität in Abhängigkeit vom Abstand von der Quelle bzw. der Dicke einer Abschirmung durch verschiedene Materialien. Die gewonnen Daten werden im Physikunterricht sowohl qualitativ als auch quantitativ unter Berücksichtigung der mathematischen Grundlagen ausgewertet. Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler durch die Veranschaulichung der jeweiligen exponentiellen Abklingvorgänge durch ein Würfelexperiment. Die Gefahren, die durch unsachgemäßen Umgang mit Radioaktivität entstehen können, sind nicht zuletzt durch die Reaktorunfälle in Tschernobyl und Fukushima in den Fokus gelangt.  Interessierte Schülerinnen und Schüler erfuhren dabei, dass eine pauschale Antwort nicht möglich ist. Es kommt auf die Art der Strahlung und die jeweilige Strahlendosis an. In dem Versuch lag die Dosis weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Ein kleines Experiment dazu hat die letzten Bedenken der Schülerinnen und Schüler vollständig beseitigt. Der Fachbereiche Physik des Ludwig-Erhard-Berufskollegs und der Universität Paderborn hatten nach dem erfolgreich verlaufenen Pilotversuch im letzten Schuljahr beschlossen, diese Zusammenarbeit jährlich durchführen. Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg bedankt sich bei der Universität Paderborn für die tatkräftige und kompetente Unterstützung. 

 

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Talentscouts am LEBK

Annkatrin Buchen und Jan-Steffen Glüpker sind Scouts, Talentscouts. Ihr Auftrag lautet: Junge Leute mit Potenzial ausfindig machen und fördern. Dazu sind sie von der Uni Paderborn an unsere Schule gekommen, die an dem Pilotprojekt in unserer Region als eines von drei Berufskollegs teilnimmt.

Die Talentscouts möchten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Wege, die zu einem Studium führen können, finden und die Schüler dabei auch noch nach einem Abschluss an unserer Schule begleiten.

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Das Bild zeigt einige interessierte Schülerinnen und Schüler, die Talentscouts sowie Michael Rohde, der neben Nicole Karnath (nicht auf dem Foto), Ansprechpartner am Paderborner Standort des LEBK ist.

Mit „Ei-Berlin“ zur sicheren Landung

Das rohe Ei landete sicher mit dem Flugkörper „Ei-Berlin“. Dies ist eine Leistung unserer Schülerinnen und Schüler aus den Klassen der Unterstufe des Bildungsganges der kaufmännischen Assistenten. Sie zeigten das Ergebnis nach dem Kompetenzcheck am 25. sowie 26. September 2017 im Rahmen der letzten Gruppenübung „Satellitenbau“.

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Die Arbeitsgemeinschaft „Individuelle Förderung am LEBK“ führte für insgesamt 58 Schülerinnen und Schüler der Unterstufenklassen HS1k, KI1a, KB1a und KB1b zum bisher siebten Mal den LEBK-eigenen Kompetenzcheck durch. Anknüpfend an den Anspruch des Schulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen, dass jeder junge Mensch Anspruch auf individuelle Förderung hat, wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst mit Übungen der Selbstdarstellung (ich und meine Vorstellungen für das Leben nach der Schule), des Allgemeinwissens (aus den Bereichen der Politik, Wirtschaft etc.), des Alltags und mit Gruppendynamik konfrontiert, um Lösungen zu den Übungen herbeizuführen, wobei jedoch der Weg dahin für die geschulten, beobachtenden Lehrerinnen und Lehrer von besonderem Interesse war. Bei den Beobachtungen galt es, die Fähigkeiten und Fertigkeiten kriteriengeleitet zu messen.

 

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir mit den Ergebnissen des Kompetenzchecks unsere Schülerinnen und Schüler in den Punkten fördern, die sie als erweiterungswürdig empfinden. Hierbei wird es jedoch nicht nur um das allgemein gültige Fördern von „schlecht“ zu „gut“ gehen, sondern wir werden am persönlichen Wohl und beruflichen Interesse unserer Schülerinnen und Schüler arbeiten, damit sie ihr Potential für die Gesellschaft und die Grundansprüche der Wirtschaft, insbesondere der Unternehmen aus der Region Ostwestfalen Lippe und Nordrhein-Westfalen, selbstsicher nach außen tragen können.

Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die zum Erfolg des Kompetenzchecks 2017 beigetragen haben.

Jasmin Amura, Christian Meininger und Henning Schlüter  

(Mitglieder der AG Individuelle Förderung am LEBK)

Ausstellungseröffnung

Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ noch bis zum 8. Dezember im Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Paderborn.

Geschichte ist der Schlüssel zum Verständnis des heutigen Daseins in Deutschland. Nur wer sie kennt, kann Lehren aus ihr ziehen und den Weg einer gereiften Zivilisation fortsetzen: Die Deutsch-Russische Gesellschaft und das Ludwig-Erhard-Berufskolleg (LEBK) zeigen anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution 1917 in Russland eine Ausstellung, die sich mit dem Aufstieg und Niedergang, den Versprechen und Abgründen des Kommunismus auseinandersetzt. 200 zeithistorische Fotos auf 25 Tafeln veranschaulichen eine Bewegung, die zunächst die Massen mobilisierte und die Menschen dann furchtbar enttäuschte. Was der Kommunismus für den Alltag bedeutete, schilderte eindringlich Stephan Hilsberg, parlamentarischer Staatssekretär a. D., der sich in den 80er Jahren in der Oppositionsbewegung in der DDR engagierte und nach dem Mauerfall Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR war. Hilsberg gründete die Ost-SPD. Grau sei die DDR gewesen. Angst habe den Alltag der Menschen bestimmt. Und Hilsberg schätzt sich glücklich, dass er nach der Wende 19 Jahre dem Deutschen Bundestag als SPD-Abgeordneter angehörte und „endlich frei gestalten konnte“, so Hilsberg.

Die Ausstellung stehe unter dem Motto „Erinnern“, sagte Schulleiter Alfons Bölte bei der Eröffnung. Es gehe darum, den jungen Menschen Denkanstöße mit auf den Weg zu geben, denn sie seien die Zukunft. Geschichtslehrer Christoph Marx hatte die Ausstellung initiiert, um den Schülerinnen und Schülern ein Kapitel der Weltgeschichte näherzubringen, das bislang so seltsam unbekannt geblieben ist und doch so gravierende Folgen hatte. Ihre Inhalte werden parallel im Unterricht behandelt. Der stellvertretende Landrat des Kreises Paderborn, Vinzenz Heggen, lobte das LEBK ausdrücklich dafür: „Sie gehen einen vorbildlichen Weg und holen wichtige Themen der Geschichte in die Schule“, stellte Heggen heraus. Die Schule befindet sich in Trägerschaft des Kreises Paderborn.

Stephan Hilsberg wurde 1956 als Sohn eines Pfarrers geboren. Die Familie saß am Frühstückstisch, als der Vater erzählte, dass in der Stadt eine Mauer gebaut worden sei. Die Mutter habe aufgeschrien. Nachmittags nach dem Kaffee sind sie in die Stadt gegangen. Sie sahen Stacheldraht, Soldaten mit Gewehr im Anschlag, Menschen, die aus den mehrstöckigen Häusern nach drüben schauten, „es war bizarr“, sagte Hilsberg. Dieses ganze Gerede mit dem bösen Westen, vor dem sie beschützt werden müssten, habe niemand geglaubt. Es herrschte Mangel an allem, die tollen Klamotten, Kaffee und Zigaretten, das alles gab es drüben. Und als Kind wollte man Spielzeug aus dem Westen. Das sah wesentlich besser aus und ging nicht so schnell kaputt. Wann genau er sich auflehnte, kann er zeitlich exakt nicht festmachen. Aber die Unfreiheit, die herrschte, die Angst, die alle lähmte, das alles setzte ihm zu. Er habe den SED-Staat als Unglück empfunden. Er galt als frech und aufsässig, durfte kein Abitur machen, nicht studieren, obwohl er sich das so sehr gewünscht habe. Seinen Beruf, Facharbeiter für Informatik, habe er zwar gern ausgeübt. Wahre Erfüllung habe er darin jedoch nicht gefunden. Die DDR habe ihn und viele Menschen ausgebremst. Ich habe meinen Preis zahlen müssen“, sagte er. Dann der Blick zurück: Hilsberg betonte, dass nicht Karl Marx und Friedrich Engels den Kommunismus erfunden hätten. Sie seien ideele Wegbereiter gewesen. Entstanden sei er vielmehr im Herzen Europas, genauer in Westeuropa. Was man in diesen Tagen als Wende bezeichne, war in jenen Jahren Revolution. Im Februar 1917 begann mit dem Sturz des Zaren die Russische Revolution. Die Machteroberung der Bolschewiki in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, am 7. November 1917, sei mit der Hoffnung verbunden gewesen, dass nun bald demokratischer Frieden herrsche könne. Am Anfang habe eine Utopie gestanden: Bauern seien enteignet worden, damit jeder alles zur gleichen Zeit besaß. Mit Privilegien sollte aufgeräumt werden. So durften Kinder von Ärzten kein Abitur machen. Diese marxistische Ordnung habe sich unter dem Beifall der deutschen Öffentlichkeit und mit Unterstützung der Reichsregierung in Berlin vollzogen. In Lenin sah man jemanden, der die Hoffnungen der Menschen erfüllen könne. Und so sorgte Deutschland dafür, dass Lenin aus der Schweiz in einem verplombten Waggon ins heutige St. Petersburg reisen konnte. Hilsberg skizzierte die deutsch-russischen Verbindungen in der Folgezeit und die unheilvolle Liaison zwischen Hitler und Stalin. Er erzählte von den Internierungslagern, die es auch in der sowjetischen Besatzungszone gab.

In den Manifesten der Kommunisten fehlten Begriffe wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung, all das, was uns heute ausmacht“, sagte Hilsberg. Es habe gleichwohl immer wieder Hoffnung gegeben. Als Beispiel nannte er den Prager Frühling in 1953. In der damaligen Tschechoslowakei herrschte plötzlich Meinungs- und Pressefreiheit. Journalisten durften wieder schreiben, was sie wollten. Man habe einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz schaffen wollen. Als dann die Panzer rollten, war das Entsetzen der Menschen, die sich ihnen in den Weg stellten, ihre Enttäuschung greifbar, so Hilsberg. Und dann natürlich Glasnost und Perestroika: Michail Gorbatschow bezeichnete er als Lichtgestalt, der die marode Sowjetunion modernisieren und sie zum Westen öffnen wollte. Ohne ihn sei der Mauerfall nicht denkbar gewesen. Zumindest in Deutschland sei ein System, das die Menschen derart bevormunde und sie verkümmern lassen, nicht lebensfähig, sagte er abschließend. Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ erzählt davon und will gleichzeitig daran erinnern, was passieren kann, wenn Politik sich gegen die Menschen wendet. Sie ist noch bis zum 8. Dezember, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, im LEBK in Paderborn zu sehen.

Herausgeber der Ausstellung sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum Berlin. Ihr Autor ist der Frankfurter Historiker Gerd Koenen.

 

 

 

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(von links nach rechts) Alfons Bölte und Christoph Marx vom Ludwig-Erhard-Berufskolleg, Dr. Johannes Oeldemann, Vizepräsident der Deutsch-Russischen Gesellschaft Paderborn, Stephan Hilsberg, Vinzenz Heggen, stellvertretender Landrat des Kreises Paderborn bei der Ausstellungseröffnung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ (Foto: © Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Michaela Pitz)

Foto und Text: Michaela Pitz, Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn

Sport- und Projekttag 2017 - Rückblick

Am letzten Dienstag vor den Sommerferien gab es noch einmal ein schulisches Highlight. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen waren über 500 Schülerinnen und Schüler in zahlreichen klassischen und außergewöhnlichen Projekten beim Sport- und Projekttag aktiv: Klettern im Hochseilgarten, Salsa für Anfänger, Fußball- und Badmintonturnier, Zumba- und Fitness-Powerworkshops, Tennis beim SV Heide, Paderborn beim Geocaching erkunden, Golf in der Golfakademie und Minigolf an den Fischteichen, Kajak fahren auf der Pader, Bowling in der Liborigalerie, Speditionsworkshop, Spiele ohne Grenzen u.v.m. standen auf dem Programm.

Das gemeinsame Erleben und der Spaß beim Sport und anderen Projekten standen an diesem Vormittag im Mittelpunkt!

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

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Impressionen vom Sporttag 2017.

Industriekaufleute verabschiedet

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man auf, treibt man zurück.“ Dieses Motto wählten die Auszubildenden der IN3b für ihren letzten Berufsschultag. Im Rahmen einer zuvor von den Schülerinnen und Schülern organisierten Abschlussfeier erhielten 25 angehende Industriekaufleute kurz vor den Herbstferien im Hause „Westfalen Weser Netz GmbH“ ihre Abschlusszeugnisse. Zuvor wurden verschiedene Reden gehalten, sodass die anwesenden Personen auf die gemeinsame Berufsschulzeit zurückblicken konnten, aber auch wertvolle Tipps für die Zukunft erhielten. Die Abschlussfeier endete mit einem gemütlichen Beisammensein.

Die Lehrer des Ludwig-Erhard-Berufskollegs wünschen den Schülerinnen und Schülern der IN3b alles Gute für die anstehende IHK-Abschlussprüfung. 

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Sport- und Projekttag 2018 - Rückblick

Auch in diesem Jahr ist der Sport- und Projekttag wieder ein voller Erfolg gewesen. Der am Vormittag einsetzende Regen hat die Motivation nicht getrübt, zumindest nicht bei den Schülerinnen, die sich beim Tanzworkshop von Erich Klann durch Salsa und von Annalisa Salantino durch Video-Clip-Dancing inspirieren ließen. Erich Klann, der in Elsen die Tanzschule Millenium betreibt, ist TV-Star der RTL-Show „Let‘s Dance“ und ehemaliger Schüler des LEBK. Weiter haben sich natürlich auch die bereits etablierten Aktivitäten wie Kanufahren auf der Pader, Fußball, Swingolf, Badminton, Bogenschießen, Tennis etc. größter Beliebtheit erfreut.

Tanzworkshop 2

Tanzworkshop 1

Impressionen vom Sporttag 2018.