1958

Einrichtung der zweijährigen Höhere Handelsschule

1893

Die kaufmännische Schulbildung beginnt am 8. Januar 1893 mit der Aufnahme des Unterrichtsbetriebs der "Sonntagsschule" in der Markkircher Mädchenschule in der Weberstraße in Paderborn. Träger der Schule ist eine Vereinigung selbständiger Kaufleute der Stadt.

Aus dem Westfälischen Volksblatt vom 10.01.1893:

"Der Unterricht beginnt jeden Sonntag Nachmittag 2 1/4 Uhr und erstreckt sich vorläufig nur auf Rechnen und Deutsch, die ersten und wichtigsten Erfordernisse für den Kaufmannslehrling, wird aber mit Ostern dieses Jahres noch auf andere Gegenstände erweitert werden. Vorläufig werden die Schüler in 2 Klassen eingetheilt werden. Die von ihnen benutzten Räume sind sehr freundlich und zeichnen sich sowohl durch große Ausdehnung wie durch reiches Licht aus. Die Schülerzahl ist eine sehr stattliche, größer als man vermuthete und beträgt zur Zeit 80 - 90. Hoffen wir, daß die Schule stetig wachse und blühe!"

1907

Umzug ins "Recknagelsche Haus" (s.Abb.), am Marienplatz 16, für den Unterricht morgens von 7.00 bis 9.00 Uhr. Der Sonntagsunterricht wird weiterhin in der Weberstraße erteilt.

 

1912

Übernahme der Schule durch die Stadt Paderborn. Neben der kaufmännischen Fortbildungsschule (heutiger Name: Berufsschule) nimmt die Handelsschule als die zweite Schulform der nunmehr städtischen kaufmännischen Bildungsanstalt ihren Unterrichtsbetrieb mit 22 Schülern auf. Ein Jahr später wird eine Mädchenklasse eingerichtet.

1921

 

Die Fortbildungsschule trägt seit diesem Jahr den Namen Berufsschule. Die bisher einjährige Handelsschule wird um einen zweijährigen Kurs erweitert, dessen erfolgreiche Teilnahme vom Besuch der Berufsschule befreit. Zusätzlich wird eine einjähriger "höherer Kurs" angeboten (vergleichbar mit der heutigen Höheren Handelsschule).

1926

Die Schule wird verlegt in die Räume des früheren Lehrerseminars am Schützenweg 4. Dort stehen sechs Klassenräume und ein Schreibmaschinensaal zur Verfügung.

1939 

1945

2. Weltkrieg. Das Schulgebäude Schützenweg 4 wird 1939 von der Wehrmacht beschlagnahmt und als Lazarett eingerichtet, Ende 1940 aber wieder als Schulgebäude freigegeben. Der Unterricht in den Kriegsjahren findet an verschiedenen Stellen in der Stadt und in gekürztem Umfang statt, bis er wegen der Kriegsereignisse ganz eingestellt werden muss. 

Nach- kriegs- jahre

 Gegen Ende des Krieges wird der Unterricht für fast eineinhalb Jahre eingestellt. Die Beschädigungen am Schulgebäude Schützenweg können erst nach und nach behoben werden. Die Städtischen Handelslehranstalten wuchsen in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg stetig. Sie mussten wiederholt Klassen in Räume anderer Schulgebäude und Pavillons auslagern.

In den folgenden Jahren wird eine Reihe neuer Schulformen eingerichtet:

1963

Einrichtung der Berufsaufbauschule (geführt bis 1969)

1966

Die Höhere Handelsschule führt seit 1966 einen gymnasialen Zweig. Nach zwei Jahren erreichen die ersten Schülerinnen und Schüler dieser in Nordrhein-Westfalen neuen Schulform die allgemeine Hochschulreife. Diese 19 Abiturienten haben damit als erste das Abitur an einer berufsbildenden Schule abgelegt.

1969

Die "Städtischen Handelslehranstalten Paderborn werden umbenannt in "Kaufmännische Schulen der Stadt Paderborn".
Eingerichtet wird die Fachoberschule, die junge Kaufmannsgehilfen in einem Jahr zur Fachhochschulreife und damit zur Berechtigung der Aufnahme eines Studiums an einer Fachhochschule führt. Der Unterricht wird bis 1997 durchgeführt und muss danach wegen fehlender Nachfrage eingestellt werden.

Wechsel der Schulnamen:

1969

Kaufmännische Schulen der Stadt Paderborn (statt: Städtische Handelslehranstalten)

1976

 

 

Im Zusammenhang mit der Gebietsreform im Lande Nordrhein-Westfalen geht die Schule in die Trägerschaft des Kreises Paderborn über. Der Schulname lautet jetzt: "Kaufmännische Schulen des Kreises Paderborn".

1978

Nahezu einmütig beschließen die Gremien der Schule (Lehrerkonferenz und Schulkonferenz), den Kreis Paderborn zu bitten, der Schule den Namen des ersten Bundesministers für Wirtschaft (1949 - 1963 und späteren Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland (1963 -1966), Prof. Dr. Ludwig Erhard, zu geben. Nach Beschluss des Kreistages führt die Schule seit 1978 den Namen "Ludwig-Erhard-Schule, Kaufmännische Schulen des Kreises Paderborn".

1982

Nach Fertigstellung der Neubauten am Schützenweg und Bischofsteich werden die neuen Schulräume bezogen.

1987

Partnerschaft mit der kaufmännischen Berufsfachschule "Lycée Technique Privé Saint Charles" aus der französischen Stadt Le Mans.

1992

Nach Auflösung der Berufs-, Berufsfach- und Fachoberschulen des Kreises Paderborn in Büren wird die kaufmännische Abteilung dieser Schule der Ludwig-Erhard-Schule angegliedert. Seit dem 1. Aug. 1992 hat die Ludwig-Erhard-Schule damit eine Außenstelle in Büren (Almestraße 5), in der Klassen der Handelsschule und der Höheren Handelsschule unterrichtet werden sowie in den Ausbildungsberufen Industriekaufleute, Groß- und Außenhandelskaufleute und Bürokaufleute ausgebildet wird.

1993

Die Schule feiert ihr 100-jähriges Bestehen.
Die neu errichtete Fachschule für Wirtschaft nimmt ihren Unterrichtsbetrieb auf. Der Unterricht wird an zwei Abenden in der Woche und am Samstag durchgeführt. Die bestandene staatliche Abschlussprüfung berechtigt zur Berufsbezeichung "Staatlich geprüfte(r) Betriebswirt(in)".

1998

Seit 1994 bestehen Kontakte zur kaufmännischen Schule in der Paderborner Partnerstadt Przemyzl (Zepól Szkól Ekonomicznych). Nach gegenseitigen Besuchen von Lehrerdelegationen unter Leitung der jeweiligen Schulleiter wurde am 17. März 1998 in Paderborn der Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Schulen geschlossen, der einen regelmäßigen Schüleraustausch zum Ziel hat.

Durch das Berufskolleggesetz wurden die berufsbildenden Schulen und die Kollegschulen im Lande Nordrhein-Westfalen zusammengeführt. Die Schule trägt seit dem 1. Aug. 1998 den Namen "Ludwig-Erhard-Berufskolleg des Kreises Paderborn - Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung".


Die durch den Schulträger von der Kreishandwerkerschaft angemieteten Räume in der Breslauer Straße 15 in Paderborn werden als 2. Außenstelle der Schule von August 1998 bis zum Juli 2001 genutzt. Die Überlegungen richteten sich danach auf die Errichtung einer zweiten kaufmännischen Schule in Paderborn.

2000

Der Unterricht im einjährigen Bildungsgang zur IT-Grundbildung für Schüler/innen mit Fachoberschulreife wird mit zwei Klassen aufgenommen.
Das neu errichtete Berufskolleg wird zum 1. August 2000 errichtet. Der Unterricht dieser Schule - Berufskolleg Schloß Neuhaus - und des Ludwig-Erhard-Berufskollegs findet in den von beiden Schulen gemeinsam genutzten Räumen am Schützenweg und an der Breslauer Straße statt.

2001

Planmäßig zum Schuljahreswechsel wird die räumliche Trennung zwischen den beiden kaufmännischen Berufskollegs in Paderborn vollzogen:

  • Das Berufskolleg Schloß Neuhaus bezieht die neuen Räume in Paderborn, An der Kapelle

  • Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg kann damit die 2. Außenstelle (in Paderborn, Breslauer Straße) aufgeben und unterrichtet wieder nur am Schützenweg und in Büren.